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Niederösterreichs Jäger: Alle in einem Boot


Niederösterreichs Jäger wollen sich künftig offensiver an der gesellschaftspolitischen Diskussion rund um Umwelt-, Natur- und Tierschutz beteiligen und hier auch klarer als bisher Position beziehen. „Mit über 35.000 Mitgliedern allein in Niederösterreich sind wir eine kompetente Stimme, die ein Recht darauf hat, gehört zu werden und dieses Recht wollen wir auch in Anspruch nehmen,“ so Landesjägermeister Josef Pröll. Niederösterreichs Jägerinnen und Jäger seien täglich für den Erhalt von Natur und Umwelt im Einsatz, es sei demokratiepolitisch auf Dauer schwer erklärbar, dass gleichzeitig eine radikale Minderheit von Tierrechts-Aktivisten die öffentliche Debatte einseitig beherrsche und so versuche, die Politik vor sich herzutreiben. Pröll: „Es ist an der Zeit, dass hier wieder Ausgewogenheit herrscht.“

Für die Jagd in Niederösterreich zog Pröll über das vergangene Jahr eine grundsätzlich positive Bilanz. Neben den Entwicklungen rund um die afrikanische Schweinpest sei die Diskussion um den Wolf bestimmendes Thema des Jahres 2017 gewesen. Derzeit gäbe es ein gesichertes Wolfsvorkommen auf dem Truppenübungsplatz Allentsteig mit Auswirkungen auf das übrige Niederösterreich. Der Niederösterreichische Landesjagdverband habe in Reaktion eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Landwirtschaftskammer, Jagd und Land NÖ eingerichtet, um Strategien zum Umgang mit den Wölfen zu erarbeiten. Ziel sei letztlich eine Anpassung der FFH Richtlinie.

Hinsichtlich der afrikanischen Schweinpest hielt Josef Pröll fest, dass die Jäger alleine dieses Problem nicht lösen könnten, aber, so Pröll: „Wir leisten unseren Beitrag!“ Seit Bekanntwerden des Problems hätten die Jägerinnen und Jäger Niederösterreichs die Abschüsse von Schwarzwild mit 33 Prozent deutlich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Abschusserhöhung alleine werde jedoch nicht ausreichen, um die Seuche zu verhindern. Pröll: „Die Informationsarbeit der Veterinärbehörden ist hier von kritischer Bedeutung, zumal die afrikanische Schweinepest vor allem über Speisereste und über den Reiseverkehr über weite Distanzen verbreitet wird.“

Das Jahr 2018 stehe demgegenüber im Zeichen des Aufbruchs. Landesjägermeister Josef Pröll: „Mit Sylvia Scherhaufer als neue Generalsekretärin und Leopold Obermair als ihrem Stellvertreter haben wir uns als kompetentes und engagiertes Team neu aufgestellt und werden die Agenda der Jagd konsequent vorantreiben.“

Musikalisch umrahmt wurde das Treffen von Jagdhornbläsergruppen aus ganz Niederösterreich.
Feierlich ausgeklungen ist der 72. Niederösterreichische Landesjägertag nicht nur symbolisch mit einer gemeinsamen Bootsfahrt auf der Donau.
2018-04-23

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