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Der Jagdtalk

Du sollst nicht töten? – Tabuzone Jagd


Die Tabuzone Jagd umfasst viele ethische Fragen:
auf welcher rechtlichen Grundlage beruht die Jagd, ist sie überhaupt vertretbar und inwiefern ist die Jagd mit dem 5. Gebot vereinbar?

Die Balance zwischen Leben und Tod ist Teil des Lebens.
Den meisten Menschen ist in der heutigen Konsumwelt nicht mehr bewusst, dass für viele Lebensmittel Tiere getötet werden müssen – kann man diesem Trend entgegenwirken?

Und wenn ja, wie?
Dürfen wir uns als Menschen das Recht heraus nehmen, über das Leben anderer Tiere zu bestimmen? Warum stellen wir unser Leben und unsere Recht über das von anderen Lebewesen?

Beim 26. Großen Jagdtalk diskutieren:

Univ. Prof. Dr. theol. Michael Rosenberger, Institutsvorstand der Theologie an der Katholischen Privatuniversität Linz:
„Die Tötung eines Tieres ist eine Handlung, die von hoher ethischer Bedeutung ist und daher in jedem einzelnen Fall sorgfältiger Überlegung und Abwägung bedarf.
Die alten Rituale des Jagens können zahlreiche Hinweise darauf geben, welche Wertvorstellungen und Grundhaltungen die Jagd leiten sollten.
Diese zu verinnerlichen und zu leben ist die oberste Pflicht des Jägers.“

Dr. Raoul Wagner, Rechtsanwalt, Selbstverteidigungsexperte und Jäger:
„„Du sollst nicht töten” ist ein Übersetzungsfehler, richtig ist: “Morde nicht”.
Ich bin ein Raubtier und will artgerecht leben; dazu gehört die Jagd, das weidgerechte Töten und Essen frei lebender Wildtiere, das jeder anderen Form der Fleischgewinnung ethisch überlegen ist.
Im Fall der Notwehr ist es ein Grundrecht, auch Menschen zu töten: das fünfte Gebot spricht nicht dagegen.“

Mmag. Dr. Madeleine Petrovic, grüne Politikerin und Präsidentin des unabhängigen Wiener Tierschutzvereins:
„Auf Basis eines realistischen Ansatzes, der die Jagd nicht kategorisch verbietet, sollte klar sein, dass alle Wildtiere den Schutz der Gesetze brauchen, dass sie das Recht auf Schonzeiten haben müssen, auf Verbote für qualvolle Jagdmethoden und auf ein Ende der notorischen Verletzung von Tierschutz- und Artenschutz-Normen.
Dass das Züchten und Aussetzen von Tieren zum Spaß der Freizeit-Jäger unmoralisch und schändlich ist, versteht sich von selbst.“

Dr. Florian Asche, Autor und Rechtsanwalt im Bereich des Jagdrechts:
„Das Gebot „Du sollst nicht töten“ bezieht sich von der gesamten Systematik nur auf das Verhältnis unter den Menschen.
Selbst Jesus hat gefischt und das Osterlamm gegessen, also den Verzehr von Fleisch gerechtfertigt.“

Dr. Maximilian Schaffgotsch, Rechtsanwalt, Land- und Forstwirt:
„Zwei Themen sind zuerst interessant: 1. Wie ist das Gebot formuliert, was bedeutet es wirklich?
2. Warum halten es manche den Jägern vor? Wo keine Jäger sind, wer tötet dort?“

Alexander Schwab, Philosoph, Autor und Journalist:
„„Du sollst nicht töten” ist eine Verhaltensrichtlinie für den Umgang der Menschen untereinander.
Für die Natur insgesamt macht „Du sollst nicht töten“ keinen Sinn, denn alles Leben lebt vom Tod anderen Lebens.
Wer „Du sollst nicht töten“ oder einen anderen Gewaltlosigkeitsgrundsatz in die Natur tragen will, betreibt praktisch lebensverneinenden und oft auch menschenverachtenden Pessimismus.“

Harald Hoos, Inhaber der Tierrechtsinitiative pro iure animals:
„Jagd hat heute primär nichts mehr mit Nahrungsmittelbeschaffung zu tun.
Jagd ist ein Hobby- und Freizeitvergnügen.
„Du sollst nicht töten“ ist eine Forderung und ein Gebot, das in Hinsicht auf die Jagd heute zur Farce verkommen ist.“
2017-06-29

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